Seghorn Inkasso Bremen

Presseerklärungen


2006 wurden 136.578 Insolvenzverfahren gegen natürliche Personen eröffnet- Zahl der Verfahren stieg gegenüber dem Vorjahr um 27,7 Prozent

Presseerklärung vom 22.02.2007

INSOLVENZVERFAHREN – JAHRESBILANZ 2006 / Prognose 2007


2006 wurden 136.578 Insolvenzverfahren gegen natürliche Personen eröffnet - Zahl der Verfahren stieg gegenüber dem Vorjahr um 27,7 Prozent


Prognose für 2007 kann leicht zurückgenommen werden – die Schwelle von 180.000 Insolvenzverfahren gegen natürliche Personen wird voraussichtlich nicht überschritten


Verliert die dramatische Beschleunigung der Pleitewelle 2007 an Kraft?


Die Insolvenzwelle trifft Deutschlands 439 Landkreise unterschiedlich stark


Zahl der Insolvenzen natürlicher Personen im vergangenen Jahr weiter dramatisch gewachsen: 2006 wurde gegen 136.589 Personen ein Insolvenzverfahren eröffnet - Insolvenzlandkarte auf Landkreisebene für 2006 vorgestellt
 
Bremen (gmc). Die Zahl der gegen natürliche Personen eröffneten Insolvenzverfahren steigt immer weiter. Im abgelaufenen Jahr 2006 wurden mit 136.589 Fällen 27,7 Prozent mehr Verfahren als im Vorjahr (106.987) eröffnet. „Damit liegen wir zwar etwas unter unserer im Oktober veröffentlichten Prognose von mehr als 138.000 derartiger Verfahren, der Anstieg ist aber weiterhin als dramatisch zu bezeichnen. Wir haben erste Anzeichen dafür, dass der Anstieg 2007 etwas geringer ausfallen wird. Doch nur die Beschleunigung der Pleitewelle wird dadurch reduziert, tatsächlich wird die Zahl der Fälle nochmals zunehmen. Bei unveränderten Bedingungen rechnen wir für 2007 mit knapp 180.000 Insolvenzen natürlicher Personen“, berichtete Stephan Jender, Geschäftsführer der Seghorn Inkasso GmbH, heute in Bremen. Auf Grund der geplanten Änderung des Verbraucherinsolvenzverfahrens könnte es nach Jenders Einschätzung jedoch doch noch wieder zu einem stärkeren Anstieg der Verfahrensanzahl kommen. „Das neue Recht sieht vor, dass jeder Schuldner einen finanziellen Beitrag zu den Verfahrenskosten leisten soll. Deshalb muss man damit rechnen, dass manche Schuldner versuchen werden, ihre Verfahrenseröffnung vorzuziehen um noch nach den alten Regeln ohne eigene Kostenbeteiligung an die Restschuldbefreiung zu gelangen“, so Jender bei der Vorstellung der neuen bundesweiten Insolvenz-Landkarte. Die in dieser Form in Deutschland einmalige Analyse wird bereits seit vier Jahren durchgeführt und erlaubt die Beurteilung des Insolvenzgeschehens auf Landes- und auf Landkreisebene.


Alle Verfahren gegen Personen analysiert
Der Begriff „Insolvenzen natürlicher Personen“ umfasst nicht nur Verbraucher, sondern einen deutlich größeren Personenkreis: Zu ihnen zählen auch ehemals oder noch aktiv selbstständig Tätige sowie Personen, die Gesellschafter von Firmen sind oder waren. Hinzu kommt die allerdings sehr geringe Zahl überschuldeter Nachlässe.
Auf Grund von Daten, die gezielt für diese Studie ausgewertet wurden, hat die volkswirtschaftliche Abteilung der Seghorn Inkasso GmbH für jeden der 439 Stadt- und Landkreise die Zahl der eröffneten Insolvenzverfahren natürlicher Personen mit der Bevölkerungszahl in Verhältnis gesetzt. Hieraus hat das Unternehmen ein bundesweites Ranking erarbeitet.


Allen 439 Kreisen ist in der Insolvenzlandkarte eine der vier Farben rot, orange, gelb oder grün zugeteilt worden. In jede dieser Klassen wurde etwa ein Viertel der Kreise eingruppiert. Die Einstufung richtet sich nach der Zahl an eröffneten Insolvenzverfahren pro 100.000 Einwohner. Rot steht für die 112 Stadt- und Landkreisen mit der höchsten Pleitenquote. Sie verzeichnen zwischen 205 und 549 Insolvenzen pro 100.000 Einwohner, während der Bundesdurchschnitt bei lediglich 166 liegt.


Die Bundesländer im Vergleich
Bei der Analyse auf Bundesländerebene liegen Bremen mit 374 Fällen je 100.000 Einwohnern, das Saarland mit 241, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 221, Niedersachsen mit 216 sowie Sachsen-Anhalt mit 213 Fällen am negativen Ende der Skala. Die geringste Zahl an Fällen melden Baden-Württemberg (117 Fälle je 100.000 Einwohner), Bayern (120 Fälle) und Hessen (140 Fälle).


439 deutsche Kreise im Vergleich -
Stadtkreise stärker betroffen

Auf Land- beziehungsweise Stadtkreisebene kommen dagegen strukturelle Unterschiede zum Tragen. Demnach sind Stadtkreise überproportional von der Insolvenzwelle betroffen: neun der zehn Verwaltungseinheiten in der Negativ-Spitzengruppe sind Stadtkreise. Die Stadtkreise Pirmasens (Rheinland-Pfalz) und Delmenhorst (Niedersachsen) weisen für die 2006 deutschlandweit die höchste Quote an Insolvenzverfahren natürlicher Personen auf. Während bundesweit durchschnittlich 166 Insolvenzverfahren pro 100.000 Einwohner (plus 27,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr) eröffnet wurden, waren es in Pirmasens mit 549 und Delmenhorst mit 507 jeweils mehr als drei Mal so viel. Auf Platz drei liegt überraschenderweise die Stadt Bremen mit 428 Fällen pro 100.000 Einwohner, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um 84,5 Prozent entspricht.
Auf den weiteren Plätzen folgen wie bereits 2005 die Stadtkreise Wilhelmshaven (Niedersachsen) mit 422 und Rostock mit 411 Pleiten pro 100.000 Einwohner. Platz sechs nimmt nach einem Anstieg um 79,6 Prozent jetzt der Landkreis Weißenfels mit einer Quote von 370 Fällen ein, der Stadtkreis Neubrandenburg folgt mit acht Fällen weniger (362). Auf den Plätzen acht bis zehn finden sich die Stadtkreise Offenbach am Main (358 Fälle), Leipzig (349 Fälle) und Mönchengladbach mit 347 Fällen.


Bewegung bei den wenig betroffenen Kreisen
Bewegung gab es im Bereich der von der Insolvenzwelle nur wenig betroffenen Kreise, die auf den hinteren 25 Plätzen der Skala liegen. Dort konnten sich immerhin 14 Kreise positionieren, die bereits im vergangenen Jahr bundesweit zu den Verwaltungseinheiten mit der niedrigsten Quote an Insolvenzen gehörten. Nur noch sechs dieser Kreise schafften es jedoch, mit einem Rückgang der Zahl der Insolvenzen pro 100.000 Einwohner zu glänzen. Die geringste Zahl an Insolvenzen natürlicher Personen pro 100.000 Einwohner meldeten der bayerische Landkreis Main-Spessart (46 Fälle), der hessische Vogelsbergkreis (48 Fälle) und der bayerische Kreis Rhön-Grabfeld (48 Fälle). Während die Fallzahl im Vogelsbergkreis unverändert blieb, ist sie im Main-Spessart gegenüber 2005 um 6,1 und in Rhön-Grabfeld um 11,1 Prozent zurückgegangen. Trotz eines Anstiegs um 31,7 beziehungsweise 3,7 Prozent blieben der Landkreis Olpe (Nordrhein-Westfalen) mit 54 Fällen und der bayerische Landkreis Ansbach mit 56 Fällen auf ihren guten Plätzen 436 und 435 von insgesamt 439.


Seghorn-Studie: Mangelnde Finanzkompetenz Hauptproblem
Seghorn-Geschäftsführer Stephan Jender verwies abschließend darauf, dass zumindest bei Verbrauchern eine mangelnde Finanzkompetenz der Hauptgrund für Überschuldungsprobleme sei. Hierzu habe sein Unternehmen im Sommer eine Studie unter dem Titel „Überschuldung und Prävention“ vorgestellt. Knapp ein Drittel der 1.996 befragten Verbraucher mit akuten Zahlungsschwierigkeiten bekannten darin, dass eine unwirtschaftliche Haushaltsführung wesentlich zur Misere beigetragen habe. „In die finanzielle Schieflage führten schließlich nicht erwartete und nicht eingeplante Ereignisse wie Arbeitslosigkeit (48,8 Prozent der Männer und 46,7 Prozent der Frauen) oder die Trennung beziehungsweise die Scheidung vom Partner“, berichtete Jender weiter.
 
 
 
Hintergrund:
Als eines der größten Inkasso-Unternehmen Deutschlands bearbeitet die Seghorn Inkasso GmbH in Bremen derzeit mehr als eine Million Inkassoaufträge. Das Unternehmen ist in fast jedem vierten Verbraucherinsolvenzverfahren als Vertreter von Gläubigern beteiligt.


» Zurück


 


© Seghorn Inkasso GmbH BremenEin Unternehmen der LEGA AG