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2007 wurden 138.609 Insolvenzverfahren gegen natürliche Personen eröffnet – Zahl der Verfahren stieg gegenüber dem Vorjahr nur noch um 1,2 Prozent

Presseerklärung vom 27.02.2008

Tabelle der Insolvenzen natürlicher Personen 2007 auf Bundesländerebene

 

INSOLVENZVERFAHREN – JAHRESBILANZ 2007


2007 wurden 138.609 Insolvenzverfahren gegen natürliche Personen eröffnet – Zahl der Verfahren stieg gegenüber dem Vorjahr nur noch um 1,2 Prozent

 
Nach dem dramatischen Anstieg seit der Jahrtausendwende hat die Beschleunigung der Pleitewelle 2007 an Kraft verloren.

 
Die Insolvenzwelle trifft die Bundesländer unterschiedlich stark.

 
Zahl der Insolvenzen natürlicher Personen ist im vergangenen Jahr kaum noch gewachsen: 2007 wurde gegen 138.609 Personen ein Insolvenzverfahren eröffnet - Insolvenzlandkarte auf Bundesebene für 2007 vorgestellt

 

 

Bremen (gmc). Die Zahl der gegen natürliche Personen eröffneten Insolvenzverfahren ist im vergangen Jahr zwar nochmals gestiegen, im Vergleich zu den Zuwachsraten der Vorjahre ist dieser Anstieg aber minimal gewesen. Im abgelaufenen Jahr 2007 wurden mit 138.609 Fällen nur noch 1,2 Prozent mehr Verfahren als im Vorjahr (136.589) eröffnet. „Im Vorjahr mussten wir noch einen Anstieg um fast 28 Prozent melden, in den Jahren davor waren sogar noch höhere Zuwachsraten festzustellen. Damit kehrt in das Insolvenzgeschehen zwar keineswegs eine spürbare Beruhigung ein, die dramatischen Zuwachsraten scheinen jedoch ein Ende zu finden“, berichtete Stephan Jender, Geschäftsführer der Seghorn Inkasso GmbH, heute in Bremen.

 


Alle Verfahren gegen Personen analysiert
Der Begriff „Insolvenzen natürlicher Personen“ umfasst nicht nur Verbraucher, sondern einen deutlich größeren Personenkreis: Zu ihnen zählen auch ehemals oder noch aktiv selbstständig Tätige sowie Personen, die Gesellschafter von Firmen sind oder waren. Hinzu kommt die allerdings sehr geringe Zahl überschuldeter Nachlässe.

 

Auf Grund von Daten, die gezielt für diese Studie ausgewertet wurden, hat die volkswirtschaftliche Abteilung der Seghorn Inkasso GmbH für jedes Bundesland die Zahl der eröffneten Insolvenzverfahren natürlicher Personen mit der Bevölkerungszahl in Verhältnis gesetzt. Bei der Analyse liegt Bremen mit 244 Fällen je 100.000 Einwohnern zwar weiterhin an der Spitze der 16 Bundesländer. Nach einem Rückgang der Gesamtzahl der Insolvenzfälle um 34,8 Prozent liegt Bremens Quote nun jedoch nur noch geringfügig über dem entsprechenden Wert der stark betroffenen Flächenländer.

 

Hinter Bremen folgen Brandenburg mit 238, Sachsen-Anhalt 230 und Schleswig-Holstein mit 221 sowie Niedersachsen mit 219, Berlin mit 217, das Saarland mit 213 und Hamburg mit 206 Fällen am negativen Ende der Skala.

 

Die geringste Zahl an Fällen melden Baden-Württemberg (121 Fälle je 100.000 Einwohner), Bayern (122 Fälle), Rheinland-Pfalz mit 152, Hessen (153 Fälle), Mecklenburg-Vorpommern (164 Fälle) sowie Thüringen mit 171, Nordrhein-Westfalen mit 174 und Sachsen mit 179 Fällen.

 

Starke Rückgänge bei der Zahl der Insolvenzen natürlicher Personen konnten neben Bremen auch Mecklenburg-Vorpommern mit minus 25,8 Prozent und das Saarland mit minus 11,6 Prozent melden. Bei den Zuwächsen liegt Brandenburg mit 17,8 Prozent an der Spitze, gefolgt von Hessen mit plus 9,3 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit plus 7,4 Prozent.

 

Seghorn-Studie: Mangelnde Finanzkompetenz Hauptproblem
Seghorn-Geschäftsführer Stephan Jender verwies abschließend darauf, dass zumindest bei Verbrauchern eine mangelnde Finanzkompetenz der Hauptgrund für Überschuldungsprobleme sei. Hierzu habe sein Unternehmen im Jahr 2006 eine Studie unter dem Titel „Überschuldung und Prävention“ vorgestellt. Knapp ein Drittel der 1.996 befragten Verbraucher mit akuten Zahlungsschwierigkeiten bekannten darin, dass eine unwirtschaftliche Haushaltsführung wesentlich zur Misere beigetragen habe. „In die finanzielle Schieflage führten schließlich nicht erwartete und nicht eingeplante Ereignisse wie Arbeitslosigkeit (48,8 Prozent der Männer und 46,7 Prozent der Frauen) oder die Trennung beziehungsweise die Scheidung vom Partner“, berichtete Jender weiter.


Hintergrund:
Als eines der größten konzernunabhängigen Inkasso-Unternehmen Deutschlands bearbeitet die Seghorn Inkasso GmbH in Bremen derzeit mehr als eine Million Inkassoaufträge. Das Unternehmen ist an einer erheblichen Anzahl von Verbraucherinsolvenzverfahren als Vertreter von Gläubigern beteiligt.

 


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