AKTUELLES INTERVIEW
DM-Altforderungen sind nicht wertlos „Keller-Bereinigung“ durch Forderungsverkauf bringt auch nach Jahren noch Erlöse - Interview mit Seghorn-Geschäftsführer Stephan Jender
Bremen. In den Kellern deutscher Unternehmen liegen noch Berge von Altforderungen aus DM-Zeiten, davon ist die Bremer Seghorn Inkasso GmbH überzeugt. Viele Kaufleute meinen, dass diese „Kellerakten“ keinen Wert mehr haben. Im Gegensatz dazu sind Dienstleister wie die Firma Seghorn sogar bereit, diese Altforderungen anzukaufen. Seghorn-Geschäftsführer Stephan Jender erläutert seinen Standpunkt im folgenden Kurz-Interview.
Redaktion: Warum sollten sich Unternehmen im Jahr 2007 noch um Not leidende DM-Altforderungen aus dem letzten Jahrzehnt kümmern? Diese Forderungen bekommen doch nicht plötzlich einen neuen Wert?
Stephan Jender: Auf keinen Fall werden alte Forderungen durch die Lagerung im Keller oder im Tresor werthaltiger. Sie kosten eher Geld, weil sie nicht von selbst aus der Bilanz verschwinden. Damit wirken sie sich in der Summe möglicherweise sogar noch negativ auf das Rating-Ergebnis des Unternehmens aus. Redaktion: Welche Wege gibt es denn, um diese Forderungen doch noch zu Geld zu machen?
Jender: Der Inhaber der Forderung muss regelmäßig prüfen, ob der Schuldner wieder zu Geld gekommen ist, zum Beispiel durch eine neue Beschäftigung, die Auszahlung einer Versicherung oder einer Erbschaft. Wer nicht fragt, wird sein Geld nicht wieder sehen. Von selbst wird jedenfalls kaum jemand angestaubte Altforderungen bezahlen. Redaktion: Für Unternehmen bedeutet die regelmäßige Prüfung aber doch einen hohen Aufwand, der Personalkapazitäten bindet und weitere Kosten verursacht. Das kann sich doch kaum rechnen.
Jender: Als Alternative bietet sich der Verkauf der Altforderungen an. Seghorn Inkasso ist durch jahrelange Erfahrungen ein Spezialist in der rationellen Bearbeitung von Altforderungen. Hinzu kommen Mengenvorteile durch die Bündelung zahlreicher Forderungspakete. Seghorn kauft in der Regel sogar ausgeklagte, abgeschriebene oder außergerichtlich angemahnte Forderungen. Damit wird ein gewisser Wert der Forderungen realisiert, sie verschwinden aus der Bilanz und die Liquidität des Gläubigers wird verbessert.
Hintergrund: Als eines der größten konzernunabhängigen Inkasso-Unternehmen Deutschlands bearbeitet die Seghorn Inkass o GmbH in Bremen derzeit mehr als eine Million Inkassoaufträge. Das Unternehmen ist in fast jedem vierten Verbraucherinsolvenzverfahren als Vertreter von Gläubigern beteiligt.
» Zurück
|