Seghorn Inkasso Bremen

Presseerklärungen


Seghorn Inkasso Report 03/04

Presseerklärung vom 15.03.2004

VERBRAUCHER-INSOLVENZZAHLEN   1. QUARTAL 2004
 
Dramatische Zunahme der Verbraucherpleiten

 


Im ersten Quartal wurden in Deutschland mit 11.500 rund 50 Prozent mehr Privatinsolvenzverfahren eröffnet als von Januar bis März 2003


Verfahrenskosten-Stundung zu Lasten der Landeshaushalte führt zu einer Welle an Verfahrenseröffnungen - Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern traurige Spitzenreiter - Deutlicher Anstieg auch in Baden-Württemberg - Bremen verzeichnet auf hohem Niveau die günstigste Entwicklung.


Bremen (gmc). Die Zahl der Verbraucherpleiten steigt bundesweit weiter dramatisch an. Im ersten Quartal 2004 wurden nach den bisher vorliegenden Zahlen mit 11.504 rund 50 Prozent mehr Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet als von Januar bis März des Vorjahres. Damals waren es noch 7.679 Verfahren. Im Gegensatz dazu sind die reinen Unternehmensinsolvenzen von Gesellschaften (im Wesentlichen GmbH, KG, GbR, oHG und AG) um rund fünf Prozent von 2.938 im ersten Quartal 2003 auf etwa 2.792 in den ersten drei Monaten 2004 zurückgegangen. Diese Zahlen hat heute die volkswirtschaftliche Abteilung der Seghorn Inkasso GmbH in Bremen veröffentlicht.


Wenn die Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen auch bedenklich ist, so fällt der Anstieg selbst aber immerhin schwächer aus als in den zwölf Monates des Vorjahres. Im gesamten Jahr 2003 war in Deutschland nämlich sogar ein Anstieg um rund 70 Prozent auf 33.812 Verfahren festgestellt worden. „Wenn der jetzige Trend bis zum Jahresende anhält, werden wir in diesem Jahr bundesweit wohl mehr als 50.000 Verbraucherpleiten zu verzeichnen haben. Das wären dann zweieinhalb mal so viele wie noch im vorletzten Jahr“, sagte Seghorn-Geschäftsführer Stephan Jender bei der Vorstellung der Daten in Bremen.


Verfahrenskosten-Stundung ermöglicht die Verfahrenseröffnung
In die Pleite führen nach seiner Meinung neben überzogenen Konsumausgaben meist schwierige private Situationen wie Arbeitslosigkeit oder Scheidung. Ein wesentlicher Grund für die dramatische Zunahme der Zahl der tatsächlich eröffneten Verbraucherinsolvenzverfahren ist nach Meinung des Seghorn-Geschäftsführers die nunmehr mögliche Stundung der Verfahrenskosten zu Lasten der Landeshaushalte. „Diese Kostenübernahme gab es früher nicht, weshalb das Verfahren häufig nicht eröffnet werden konnte und deshalb oft auch gar nicht erst beantragt wurde. Jetzt versuchen immer mehr Verbraucher die Chance, die ein erfolgreiches Verfahren mit der Restschuldbefreiung bietet, zu nutzen“, berichtet Stephan Jender.


Regionalanalyse: Schockierender Anstieg im "Musterländle"

Bremen und Thüringen mit sehr günstiger Entwicklung
Die Regionalanalyse zeigt für die einzelnen Bundesländer eine zum Teil extrem unterschiedliche Entwicklung. Für die im Bundesvergleich eher an meist überdurchschnittlich gute Wirtschaftsnachrichten gewöhnten Einwohner Baden-Württembergs ist die Untersuchung ein Schock: Dort stieg die Zahl der eröffneten Verbraucherinsolvenzverfahren um 81 Prozent an, im ganzen Jahr 2003 war bereits ein Anstieg von 66 Prozent gemeldet worden.


Schlimmer kam es nur noch für die beiden traurigen „Spitzenreiter“ Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo jeweils 91 Prozent mehr Verfahren als im ersten Quartal 2003 eröffnet wurden. Auf Platz vier folgt Niedersachsen mit einem Anstieg um 74 Prozent.


Die im Bundesvergleich beste Entwicklung zeigt Bremen. Nach einem Anstieg um nur ein Prozent im Gesamtjahr 2003 stieg die Zahl der eröffneten Verfahren im ersten Quartal 2004 mit fünf Prozent zwar etwas stärker als vorher, aber so gering wie nirgends sonst in Deutschland. Lediglich Thüringen kommt mit einem Zuwachs um „nur“ zehn Prozent in etwa in die Nähe der Bremer. Den dritten Platz belegte Berlin, wo die Zahl der Verbraucherpleiten um ein Viertel anstieg.


Bevölkerungsstarke Flächenländer mit den meisten Verbraucherinsolvenzen
Die meisten Verbraucherinsolvenzen gab es im ersten Quartal dieses Jahres erwartungsgemäß mit 2.886 wieder im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Niedersachsen meldet 1.640, Bayern 1.195 und Baden-Württemberg 1.130 eröffnete Verfahren. Die wenigsten Pleiten von Verbrauchern gab es entsprechend mit 205 in Bremen, mit 217 in Thüringen, mit 273 in Mecklenburg-Vorpommern und mit 280 im Saarland.


Seghorn Inkasso ist eines der führenden deutschen konzern-unabhängigen Inkasso-Unternehmen und in fast jedem vierten Verbraucherinsolvenzverfahren als Vertreter von Gläubigern beteiligt. Weitere Daten zu den übrigen Bundesländern finden sich im Inkasso-Report.

 

 

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