VERBRAUCHER-INSOLVENZZAHLEN Zahl der Verbraucher-Insolvenzen nimmt dramatisch zu-
2004 werden erstmals mehr Verbraucher als Firmen pleite gehen Stündlich 355.000 Euro Schaden durch Verbraucherinsolvenzen
Bremen (gmc). Durch Verbraucherinsolvenzen ist im vergangenen Jahr in Deutschland ein volkswirtschaftlicher Schaden in Höhe von rund 3,113 Milliarden Euro entstanden. Bei insgesamt 33.684 eröffneten Verfahren betrug der durchschnittliche Schaden pro Fall 92.431 Euro. Welche Dimension die Insolvenzschäden durch Verbraucher bereits angenommen haben, wird noch deutlicher, wenn man den Bezug zur Zeit herstellt: Stündlich ging der deutschen Volkswirtschaft danach 2003 mit 355.418 Euro der Wert von zwei Einfamilienhäusern verloren. Pro Minute waren das 5.923,63 Euro. Diese Daten hat heute die volkswirtschaftliche Abteilung der Seghorn Inkasso GmbH in Bremen veröffentlicht. Die Zahl der Privatinsolvenzverfahren hat im vergangenen Jahr nach den jetzt vorliegenden Zahlen dramatisch zugenommen. Sie stieg um 69,6 Prozent von 19.857 tatsächlich eröffneten Verfahren im Jahr 2002 auf 33.684 im Jahr 2003. Das Gesamtschadensvolumen stieg um 31 Prozent von knapp 2,375 Milliarden Euro auf nunmehr 3,113 Milliarden Euro 2003. Pro eröffnetem Verbraucherkonkurs sank das durchschnittliche Schadensvolumen von 110.758 Euro auf 92.431 Euro. Unberücksichtigt blieben bei dieser Berechnung die Kosten des eigentlichen Insolvenzverfahrens. Zur genannten Summe kommen dadurch noch die Forderungsausfälle der Bundesländer für Verfahrenskosten der Gerichte, die dem Schuldner zunächst gestundet, aber letztendlich selten bezahlt werden. Darüber hinaus sind noch die Bearbeitungskosten bei den 640 Schuldnerberatungsstellen sowie bei den Gläubigern und deren Vertretern zu berücksichtigen. Handy und Auto nur der Einstieg in die Überschuldung Verbraucherinsolvenzen sind kein Problem der Handy-Schulden. Wer in die Privatinsolvenz geht, ist ein Großschuldner, für den das Handy und ein zu teures Auto oft der Anfang vom Einstieg ins finanzielle ?Aus? waren. Bis sich die unbezahlten Forderungen auf über 90.000 Euro summierten, muss aber der tragbare Kreditrahmen noch mit vielen weiteren Ausgaben überzogen worden sein, bis das endgültige Aus kam, stellte Seghorn-Geschäftsführer Stephan Jender bei der Vorstellung der Daten in Bremen fest. Die Anzahl der Verfahren ist bundesweit gestiegen, lediglich der durchschnittliche Forderungsverlust pro Verfahren sank von 110.758 Euro auf 92.431 Euro, führte er weiter aus. Kein Grund zur Entwarnung, denn für das Jahr 2004 prognostiziert Jender eine Fortsetzung der dramatischen Entwicklung: Wir rechnen damit, dass sich die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in diesem Jahr deutlich über die 40.000er Marke bewegen wird. Damit werden in diesem Jahr in Deutschland voraussichtlich erstmals mehr Verbraucher als Firmen pleite gehen?, so der Seghorn-Geschäftsführer weiter. Für 2004 rechnet das Unternehmen mit einem Rückgang der Firmeninsolvenzen auf unter 39.000 Verfahren. Seghorn Inkasso ist eines der führenden deutschen konzern-unabhängigen Inkasso-Unternehmen und in vielen Insolvenzverfahren als Vertreter von Gläubigern beteiligt. Ausführliche Informationen sowie alle Zahlen zu Verbraucher- und Unternehmensinsolvenzen einschließlich der Insolvenz-Prognose für 2004 finden sich im Inkasso-Report I/2004 auf dieser Seite.
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