Seghorn Inkasso Bremen

Presseerklärungen


Seghorn Inkasso Report 03/05

Presseerklärung vom 15.11.2005

INSOLVENZVERFAHREN – STATISTIK 2004 - 2005


Delmenhorst und Pirmasens führen die deutsche Pleitenstatistik an


Quote der Insolvenzen viermal so hoch wie im Bundesdurchschnitt – Nirgends werden pro 100.000 Einwohner so viele Insolvenzverfahren Natürlicher Personen eröffnet wie in den Stadtkreisen Delmenhorst, Pirmasens und Wilhelmshaven – Vier niedersächsische Kreise unter den Negativ-Top-Ten
Prognose: 2005 erstmals mehr als 100.000 Insolvenzen Natürlicher Personen

 

Bremen (gmc). Die Stadtkreise Delmenhorst (Niedersachsen) und Pirmasens (Rheinland-Pfalz) weisen deutschlandweit die höchste Quote an Insolvenzverfahren Natürlicher Personen auf. Während bundesweit in den ersten neun Monaten diesen Jahres durchschnittlich 94 Insolvenzverfahren pro 100.000 Einwohner (plus 28,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum) eröffnet wurden, waren es in Delmenhorst mit 418 und Pirmasens mit 374 jeweils rund viermal so viel.


Auf den weiteren Plätzen folgen die Stadtkreise Wilhelmshaven (Niedersachsen) mit 290, Rostock mit 268 und Neubrandenburg mit 245 Pleiten pro 100.000 Einwohner. Das geht aus der neuen bundesweiten Insolvenz-Landkarte hervor, die die Bremer Firma Seghorn Inkasso heute vorgestellt hat.


Auf Grund von gezielt für diese Studie erhobener Daten hat die volkswirtschaftliche Abteilung des Unternehmens für jeden der 439 Stadt- und Landkreise die Zahl der eröffneten Insolvenzverfahren Natürlicher Personen mit der Bevölkerungszahl in Zusammenhang gesetzt. Hieraus hat Seghorn ein bundesweites Ranking erarbeitet, das einen Vergleich des Insolvenzgeschehens auf der Kreisebene ermöglicht. Im Vergleich zum Vorjahr sind zwar Veränderungen im Detail zu verzeichnen, insgesamt bleiben die einzelnen Landkreise aber fast immer dort, wo sie auch im Vorjahr platziert waren. So finden sich unter den Negativ-Top 25 bereits 17 Kreise, die hier auch 2004 genannt wurden. Auf dem positiven Top 25-Bereich der Skala konnten sich immerhin 13 Kreise positionieren, die auch im vergangenen Jahr bundesweit zu den Verwaltungseinheiten mit der niedrigsten Quote an Insolvenzen gehörten.
Ranking ermöglicht Analyse des Insolvenzgeschehens auf Kreisebene
Besonders auffällig ist die hohe Quote der Insolvenzen in manchen Regionen Niedersachsens. Während Niedersachsen im Vergleich mit den anderen Bundesländern mit einem Durchschnitt von 100 Verfahren pro 100.000 Einwohner im vergangenen Jahr nur auf dem vierten Platz lag, verschlechterte sich das Land mit 129 Pleiten nun gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland auf Platz zwei hinter Bremen, das 140 Fälle meldete.


Unter den zehn Schlusslichtern der bundesweiten Tabelle finden sich diesmal vier Kreise aus Niedersachsen. Außer Delmenhorst und Wilhelmshaven gehören noch Holzminden (216 / Platz 7) und Celle (206 / Platz 9) zu den von den Insolvenzen Natürlicher Personen besonders stark betroffenen Regionen.
Die bundesweit geringste Quote findet sich dagegen im hessischen Vogelsbergkreis und im Landkreis Freudenstadt (Baden-Württemberg) mit jeweils 30 Verfahren pro 100.000 Einwohner. Knapp dahinter liegen mit 32 Fällen der Vorjahresbeste Olpe (Nordrhein-Westfalen) und der Hohenlohekreis (Baden-Württemberg). Auffällig ist, dass unter den zehn Landkreisen mit der geringsten Quote allein vier in Bayern liegen. Es sind die Landkreise Ebersberg (33 / Platz 435), München (34 / Platz 434) sowie Neumarkt i.d. OPf. und Main-Spessart (36 / Platz 433 beziehungsweise 431).
Mit 94 Verfahren pro 100.000 Einwohner liegen die Landkreise Offenbach und der Unstrut-Hainich-Kreis sowie die Stadtkreise Köln und Wiesbaden genau im deutschen Durchschnitt.


Insgesamt stieg die Zahl der Insolvenzen Natürlicher Personen in den ersten drei Quartalen 2005 gegenüber dem Vorjahr um 28,8 Prozent von 59.813 auf 77.643 Fälle. Für das Gesamtjahr 2005 erwarten die Seghorn-Statistiker einen Anstieg auf rund 106.500 Insolvenzen. „Damit dürfte aber die Spitze des Insolvenzberges leider immer noch nicht erreicht sein. Wir gehen zwar davon aus, dass die Steigerungsraten gegenüber den vergangenen Jahren zurückgehen, aber wir rechnen trotzdem für 2006 auf Bundesebene nochmals mit einem Plus von 22 Prozent. Wenn diese Prognose so eintritt, werden wir Silvester nächsten Jahres mehr als 130.000 Insolvenzen Natürlicher Personen melden müssen“, erläuterte Seghorn-Geschäftsführer Stephan Jender seine Einschätzung der Entwicklung.
Arbeitslosigkeit ist die wesentliche, aber meist nicht die alleinige Ursache für die Pleite


Zum weiteren Anstieg der Verfahrenszahl trug und trägt nach Jenders Meinung weiterhin vor allem der sehr einfache Zugang zur Restschuldbefreiung bei. Hinter jeder Insolvenz verberge sich jedoch eine längere Geschichte. Die eigentlichen Ursachen für die Überschuldung sowie die regionalen Unterschiede der Insolvenzhäufigkeit sind nach den Erfahrungen der Seghorn-Spezialisten bisher nur wenig untersucht worden. Das Unternehmen kündigte an, hierzu in Kürze eingehendere Untersuchungen vorstellen zu können.


Einen Trend zeigte Seghorn-Geschäftsführer Jender jedoch bereits auf: „Klar ist, dass Arbeitslosigkeit und der damit verbundene Rückgang an verfügbarem Einkommen oftmals ein entscheidender Aspekt auf dem Weg zu einer steigenden Verschuldung ist, aber er ist selten der einzige Grund für das finanzielle Scheitern. Hierzu führt meist erst die tiefgreifende Änderung der Lebenssituation, beispielsweise durch den kompletten Wegfall eines Einkommens als Folge einer Scheidung, einer Trennung, eines Todesfalles oder aber die Aufgabe des Arbeitsplatzes nach der Geburt eines Kindes.“


Als eines der größten Inkasso-Unternehmen Deutschlands bearbeitet die Seghorn Inkasso GmbH in Bremen derzeit mehr als eine Million Inkassoaufträge. Das Unternehmen ist in fast jedem vierten Verbraucherinsolvenzverfahren als Vertreter von Gläubigern beteiligt.

Landkarten

- Insolvenzen Natürlicher Personen auf Kreisebene per 30.09.2005

- Insolvenzen Natürlicher Personen auf Kreisebene per 30.09.2004

- Insolvenzen Natürlicher Personen auf Länderebene per 30.09.2005

 

Tabellen

- Eröffnete Insolvenzen Natürlicher Personen 1. - 3. Quartal 2004 u. 2005 nach Kreisen

- Eröffnete Insolvenzen Natürlicher Personen 1. - 3. Quartal 2004 u. 2005 nach Rang

- Eröffnete Insolvenzen Natürlicher Personen 1. - 3. Quartal 2004 u. 2005 nach Bundesländer


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